Festkonzert zum Jubiläum „875 Jahre Chemnitz“ und „130 Jahre St. Petrikirche“

Ein beeindruckendes Festkonzert zum Jubiläum „875 Jahre Chemnitz“ und „130 Jahre St. Petrikirche“ fand am 21. Oktober 2018 in der St. Petrikirche am Theaterplatz statt.

 

Anspruchsvoll und bewegend war die Aufführung chorsinfonischer Werke bekannter Chemnitzer Komponisten der letzten Jahrhunderte: Carl August Fischer, Paul Geilsdorf und Ewald Gotthold Siegert. Die letzten Aufführungen lagen zum Teil fast ein Jahrhundert zurück.

 

Ein großer und herzlicher Dank an alle Mitwirkenden, an die Solisten, an Gewandhausorganist Michael Schönheit, die St.-Petri-Schloß-Kantorei, die Robert-Schumann-Philharmonie - und vor allem an Kirchenmusikdirektor Siegfried Petri, der dieses große Konzert - auch durch die vorausgegangene Edition der bisher ungedruckten Werke - möglich gemacht hat. Ein wirklich besonderer Abend!

 


FORTSCHRITT - Gottesdienst am 10. Juni 2018 in der Lutherkirche Chemnitz-Schönau

„Papa, was ist Fortschritt?“, fragte die kleine Anna ihren Vater im Auto. So begann auch unser Familiengottesdienst im Rahmen der „Wirkungsvoll-Reihe“ 875 Jahre Kirche für Chemnitz unter dem Thema „Fortschritt“. Im Gottesdienst selbst versuchten wir auf die Eingangsfrage eine Antwort zu finden:

 

Alleine Fahrrad zu fahren ist ein Fortschritt, wenn man erst lernen muss Balance zu halten. Oder wer gerne mit Bausteinen spielt, kann Fortschritt sichtbar machen: Erst wenn viele kleine Steine aufeinander passen und du sie zusammenbringst, kannst du tolle neue, größere Sachen bauen. 

 

Fortschritt ist also Etwas Großes und Tolles und es braucht dafür viele kleine Schritte und manchmal auch viele Leute. Es ist wie bei einer Uhr: Einmal aufgezogen setzt sich ein Rädchen in Bewegung und dieses ein anderes und das treibt das Nächste an usw. Das ist offensichtlicher Fortschritt. In dem der Zeiger immer ein Stück weiter hüpft und alle Zahnrädchen sich bewegen, schreitet die Zeit weiter fort und es bewegt sich etwas.

 

Fortschritt ist es auch gewesen, also vor über 100 Jahren die Strumpfwirkereien, Handschuhfabriken und die Wanderwerke in unseren Stadtteilen Schönau, Siegmar und Reichenbrand erblühten.

Und auch da war ein Impuls nötig und viele kleine Schritte und viele Menschen, die zusammen etwas geschaffen und entwickelt haben und damit ist Fortschritt entstanden. Etwas Große und Tolles - Wirkungsvoll für Schönau, Siegmar und auch Reichenbrand.

 

Wirkungsvoll und Fortschritt scheinen auch in einer Gemeinde zwei wichtige Worte zu sein. Zumindest vor langer, langer Zeit, als Paulus noch auf Reisen war. So schreibt er der Gemeinde in Thessalonich am Ende des 1. Briefes, wie er sich das ideale Team für wirkungsvollen Fortschritt vorstellt.

1. Habt Respekt gegenüber euren Mitmenschen.

(Paulus meint sogar speziell die, die uns anleiten)

2. Haltet Frieden untereinander.

3. Redet den Faulen ins Gewissen.

4. Macht den Ängstlichen Mut.

5. Geht behutsam mit den Schwachen um.

6. Habt Geduld.

7. Antwortet auf Böses nicht Böse.

8. Tut lieber GUTES.

9. Seid fröhlich.

10. Hört nicht auf zu beten.

 

Wer diese 10 Punkte befolgt, kann wirkungsvollen Fortschritt erwarten.

Diese Punkte können viele kleine Leute ermutigen, an vielen kleinen Orten, kleine Schritte zu tun und damit einen guten wirkungsvollen Fortschritt zu schaffen. Dann wird es wie in einer Uhr sein: die Zahnräder werden gut ineinander greifen, es gibt nichts, was den Ablauf stört und kein Sand der reibt…. Wer diese 10 Punkte beherzigt, wir auch verantwortlich mit dem Fortschritt umgehen, so wie Gott es uns übertragen hat: „Macht euch die Erde untertan.“ - Aber macht sie bitte nicht kaputt, hätte Gott wohl noch anfügen müssen. Wirkungsvoller Fortschritt fängt bei jedem von uns an, ob er es schafft, Paulus Worte zu beherzigen. Und dann sind wir Teil von etwas ganz Großem und Tollen: Wirkungsvoller Fortschritt.

 

Magdalena Frischmann

 


HERAUSFORDERUNG - Gottesdienst in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde

In der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde fand am 27. Mai 2018 in der Reihe zum Stadtjubiläum ein Gottesdienst zum Thema "Herausforderung" statt. Pfarrer Jan Schober, die musikalischen Kreise der Südgemeinden sowie der Gemeinschaft "Koinonia" gestalteten den Gottesdienst. 

 

Jürgen Kabus vom Industriemuseum referierte aus Sicht der langen Historie von Chemnitz, welche Herausforderungen sich die Stadt im Laufe der Geschichte immer wieder stellen musste. Aus einer Kleinstadt mit ca. 5000 Einwohnern bis zu einer Industriestadt war ein langer Weg. In einer neuen Ausstellung kann im Industriemuseum an der Zwickauer Straße anhand eines Zeitstrahls der Weg nachverfolgt werden. Gabriele Winter aus unserer Gemeinde war lange Zeit in der evangelischen Buchhandlung Max Müller tätig. Sie berichtete darüber, welche Herausforderung sie hatte, in der Zeit der DDR kirchliche Literatur anzubieten und zu verkaufen. 

 

Jan Schober

 


LIEBE - Gottesdienstreihe zum Stadtjubiläum fortgesetzt

Ein Teilnehmer berichtet: „Wir blicken dankbar zurück auf den Ökumenischen Gottesdienst im Rahmen des 875jährigen Stadtjubiläums der Stadt Chemnitz am 15. April 2018 in der St. Markuskirche. Er war dem Thema „LIEBE“, einem der fünf großen Themenfelder des Jubiläums gewidmet. Eingeladen waren dazu Vertreterinnen und Vertreter karitativer und diakonischer Einrichtungen rings um den Sonnenberg.

 

Die Predigt zum „Hohelied der Liebe“ aus dem 1. Korintherbrief des Paulus, Kapitel 13, hielt Michael Veihelmann, der theologische Geschäftsführer der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz. Er verdeutlichte die Liebe als Gabe und Aufgabe beispielhaft vor dem Hintergrund der Arbeit im Krankenhaus und erinnerte dankbar an Schwestern und Pfleger, die mit großem Einsatz täglich Liebe an Patientinnen und Patienten weitergeben.

 

Ein besonderer Dank geht an die Vokalsolisten und Instrumentalisten der Capella Trinitatis unter Leitung von Kirchenmusiker Sebastian Schilling für die zu Herzen gehende Aufführung der Kantate „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“ (BWV 185) von Johannes Sebastian Bach im Gottesdienst.

 

Liturgisch wirkten an dem Gottesdienst außerdem mit: Pfarrerin Anne Straßberger, Pfarrerin für die Stadtmission Chemnitz, Pater Albert Krottenthaler, Leiter des Don-Bosco-Hauses auf dem Sonnenberg, Karla McCabe, Direktorin der Stadtmission Chemnitz, und Pfarrer Dr. Christoph Herbst, St. Markuskirchgemeinde Chemnitz.“

 


GLAUBENSFORMEN - Gottesdienstreihe anlässlich des Stadtjubiläums gestartet

 

Im Zusammenhang mit den fünf Themen des 875jährigen Chemnitzer Stadtjubiläums hielt

Dr. K.-P. Jörns zum Schwerpunkt „Form“ am 25.03.18 eine Predigt in der Pauli-Kreuz-Kirche. Am Abend zuvor referierte er über „update für den Glauben – denken und leben können, was man glaubt“.

 

Der Referent geht davon aus, dass sich auch Glaubensvorstellungen im Lauf der Geschichte weiterentwickelt und geändert haben. Das führte bereits in den biblischen Überlieferungen zu spannungsvoll gegensätzlichen Aussagen, besonders in der Opfertheologie. Diese entwickelte sich vom Menschen- zum Tieropfer (Gottes Engel hindert Abraham an der Opferung seines Sohnes Isaak) und wurde mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels schließlich ganz aufgegeben.

 

In der Predigt über die „Tempelreinigung Jesu“ nach dem Markus-Evangelium hob Jörns hervor, dass  Jesus - in der Tradition der Propheten - gegen den Opferkult protestierte, was die Priesterschaft, die davon lebte, gegen ihn aufbrachte und zu seiner Hinrichtung führte.

Paulus dagegen griff wieder auf diese Vorstellung zurück und deutete den Kreuzestod Jesu als Sühneopfer des Gottessohnes. In den abendländischen Kirchen hat sich diese Sichtweise durchgesetzt und andere neutestamentlichen Interpretationen, besonders im Johannesevangelium, weitgehend verdrängt.

 

Jörns machte weiterhin deutlich, dass es in der in unseren Kirchen zelebrierten paulinischen Abendmahlsüberlieferung um eine individuelle Versöhnung des Menschen mit Gott geht. Das aber steht im Widerspruch zur Aufforderung Jesu, selbst zur Versöhnung bereit zu sein, bevor der Gläubige vor Gott tritt. Die Vaterunser-Bitte lautet im Sinne Jesu ...wie wir vergeben haben unseren Schuldnern“.

Christoph Wohlgemuth, Pfarrer i.R.


Gemeindefest in St. Matthäus in Chemnitz-Altendorf

Das Gemeindefest der St.-Matthäus-Kirchgemeinde Chemnitz-Altendorf am 23. Juni 2018 stand unter dem Motto „875 Jahre Chemnitz – 640 Jahre Ersterwähnung von Altendorf“. Zwischen dem gemeinsamen Kaffeetrinken und einem Konzert des Convivium Musicum Chemnicense und der Kantorei der Kirchgemeinde in der Kirche war für die größeren Kinder und die Junge Gemeinde ein „Wolfsjäger-Geländespiel“ vorgesehen, für alle historisch Interessierten aber im Pfarrhaus-Saal ein

PowerPoint-Vortrag zum Thema. Der Vortrag umfasste 36 Tafeln, teils Fotos, teils eingespielte Texte.

 

Da es zum 875. Jahrestag bereits vielfältige Informationen gibt, wurde die Urkunde von König und Kaiser Konrad III. von 1143 nur kurz vorgestellt. Im Mittelpunkt des Vortrags stand vielmehr die Geschichte Altendorfs als ein Teil der Stadtgeschichte. Der Vortrag soll in Gemeindekreisen wiederholt werden.

 


LIEBE geht durch den Magen: erstes kulinarisches Festival der Kulturen in der Markuskirche

Fotos: Dmytro Remestvensky

 

In der Sonnenberger Markuskirche war am Vorabend des 1. Mai die Liebe das Thema, so wie es für die Feier des 875jährigen Stadtjubiläums in dieser Region vorgeschlagen wurde. Und zwar diesmal die Liebe, die durch den Magen geht, die sich in liebevoll zubereitetem Essen zeigt.

 

Beim ersten kulinarischen Festival speisten hier etwa 300 Gäste an langen weiß gedeckten Tischen. Zu dem Buffet hatten die allermeisten etwas beigesteuert. Historisch wie Rippchen und Sauerkraut, sächsische Quarkkeulchen, Liebes-Herzkekse mit rotem Zuckerguss. Oder Schnittchen oder das Lieblingsrezept für Nudelsalat oder Spargelquiche. Eritreer, Iraner, Afghanen und Syrer hatten ihre Spezialitäten mitgebracht. Mitglieder der christlichen eritreischen Gemeinde Chemnitz zeigten die traditionelle Kaffeezeremonie.

 

Die Gäste waren ein buntes Abbild des Stadtteils, der drei Veranstalter Ev.-Luth. St.-Markuskirchgemeinde, Kulturkneipe KaffeeSatz e. V., und Stadtteilmanagement Sonnenberg. Auch über Meldungen in Zeitungen und Internet kamen viele Gäste. Auf der Website http://sonnenberg-chemnitz.de/13689/liebe/ wurden Unterstützer genannt.

 

Initiator war Sebastian Nikolitsch aus der ehrenamtlichen Kulturkneipe KaffeeSatz, mit diversen kulinarischen und Kulturprojekten beschäftigt. Kirchenmusiker Sebastian Schilling und die tatkräftige Crew aus der Kirchgemeinde brachten nicht nur ihre Kirchenkaffee-Erfahrungen mit, sondern auch aus dem Getränkeverkauf bei Konzerten, zu denen die Markuskirche von Veranstaltern gemietet wird.

 

Die Planung hatte vor einem halben Jahr begonnen, aber bekam eine neue Dimension, als sich herauskristallisierte, dass der Sonnenberg am 1. Mai Schwerpunkt von Demonstrationen sein würde. Und als die rechtsextreme Partei „Der III. Weg“ an einen sonnigen Samstag zwei Wochen zuvor einen Stand direkt gegenüber der Kirche aufbaute, um Anhänger zu werben, war ein buntes Mitbring-Bürgerpicknick schnell organisiert.

 

So führte die Liebe dazu, denen etwas entgegen zu setzen, die Spenden nur „als Deutsche an Deutsche“ geben wollen. Einige Reste trugen die Botschaft am nächsten Tag noch weiter: rote Rosen an die Leute von der Stadtmission, die ein Banner an den Weg der Nazis gehängt hatten „Unser Kreuz hat keine Haken“, Erdnussbutterbrote an hungrige Demonstranten und Helfer. Und eine Tafel Schokolade vom Buffet mit der Aufschrift „All you need is love“ – die bekam ein Polizist und freute sich.

 

Auf jeden Fall brachte das gemeinsame Essen Menschen näher zusammen. „So etwas sollten wir öfters machen“, dieser Wunsch wird hoffentlich in Erfüllung gehen.

 

Katharina Weyandt

 


Aus der Kirchenzeitung "DER SONNTAG" vom 11. Februar

Der Beitrag findet sich online hier.

 


Jubiläumsjahr hat auch in den Chemnitzer Kirchgemeinden begonnen

Mit Neujahrsgottesdiensten hat am 1. Januar 2018 das Jubiläumsjahr „875 Jahre Chemnitz“ auch in Kirchgemeinden der Stadt begonnen. In der Marktkirche St. Jakobi bezog sich die Predigt auf die Jahreslosung: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung des Johannes 21,6)

 

Wie in den vergangenen 875 Jahren und in der Gegenwart kirchliches Leben in Chemnitz wirkungsvoll „sprudelte“ und „sprudelt“, soll durch die auf dieser Website zu findenden Angebote unter dem Motto: "WIRKUNGS-VOLL. 875 Jahre Kirche für Chemnitz" zum Ausdruck kommen. Sie sind herzlich eingeladen!

St. Jakobikirche am Markt
St. Jakobikirche am Markt